Was wir an Marokko so lieben

Eine Woche Natur, neue Orte und viel fremde Kultur. Das war unser Plan für unseren Roadtrip durch Marokko.

Bekommen haben wir Bürokratie, ein Autounfall und beeindruckende Naturlandschaften.

Aber fangen wir mal ganz von vorne an:

Mithilfe der netten Damen vom Marina Office habe ich, Melanie, ein Mietwagen für ein annehmbaren Preis bekommen.

Wir haben alle Papiere fertig gemacht, das heißt Sie hat mein Reisepass fotografiert, ich musste eine Anzahlung leisten und sie hat alles weitere mit dem Mietwagen Händler ausgemacht.

Am Montagvormittag sollte uns dann das Auto gebracht werden, nur noch den Rest bezahlen und los.

Leider haben wir einen großen Fehler gemacht, Sven hat das Auto abgeholt, da ich noch meine Arbeit beenden wollte, bevor wir ins Nirgendwo aufbrechen.

Der Mann von der Station war natürlich etwas verdutzt, da er ja eine Frau erwartet hat und ein Mann vor ihm stand.

Da wir beide kein französisch sprechen konnte Sven mit Händen, Füßen und einer Übersetzer App ihm klar machen, wer er ist und was er von ihm will.

Puh, nochmal Glück gehabt 😉

Der Mann hat alle Dokumente umgeschrieben und wollte jetzt natürlich noch sein Geld haben, Sven hatte allerdings nicht genügend Geld dabei. Nach guten zureden hat er den Wagen bekommen und ist in die Marina zurückgefahren, um das restliche Geld zu holen, mich hat er natürlich auch gleich eingepackt.

Leider war es das aber immer noch nicht.

Wir mussten eine Kaution für das Auto hinterlegen, da wir vorher alles in Marokkanischen Dirham bezahlt haben, ist Sven davon ausgegangen das die Kaution auch in der gleichen Währung ist. Es hat sich leider herausgestellt das er Euro haben wollte. Also nochmal ins Auto, durch den Berufsverkehr und in die Marina.

Beim dritten Anlauf hat den endlich alles geklappt!!!

Leider sollte uns das mit der Kaution noch hinterher hängen…

Wir waren einfach nur happy dass wir das Auto hatten, alle unsere Sachen eingepasst haben und wir eine Woche die Natur von Marokko erkunden konnten.

Aus Anger sind wir über die Autobahn A1 Richtung an der Küste entlang nach Rabat, von dort aus ging es dann über die A2 an Meines und Fes vorbei und zum National Park Tazeka.

Der National Park liegt zwischen Taza und Fes und ist einfach nur unbeschreiblich schön. Wir haben Bilder gemacht, die geben es aber leider nicht wirklich wieder.

In dem Gebiet gibt es einen tollen See und drumherum nur Berge & Grün, als wir dort waren, wussten wir nicht, ob wir in Kanada oder Marokko sind.

Tazeka National Park in Marokko

Tazeka National Park

Nach einer langen Fahrt und gefühlt unendlichen Wegen, bei manchen trifft eher Bergstraße oder Feldweg zu, sind wir am Staudamm vorbeigefahren und haben in der Nähe eines Hauses ein Platz zu schlafen gesucht.

Ein paar Steine haben uns Schutz geboten und der See war die erste Abkühlung des Tages. Da die Klimaanlage im Auto nicht funktioniert hat, hatten wir die auch bitter nötig.

Da es aber bereits dunkel war und wir den Ort nicht kanten haben wir uns aus Sicherheitsgründen gegen großes schwimmen entschieden und uns nur etwas frisch gemacht. Ich glaube alle in der Umgebung waren, froh, dass wir nicht mehr so gestunken haben 😉

Unsere Outdoor Matratzen haben wir ganz schnell abgeblasen, die lieben wir übrigens, die sind super fürs Boot zum draußen schlafen. Danach gab es noch ein spartanisches Abendbrot aus frischen marokkanischen Brot und etwas Gemüse. Der Sternenhimmel und das Gefühl von Freiheit hat aber den fehlenden Gaumenschmaus wettgemacht.

Pünktlich zum Sonnenaufgang hat der Hahn in einem Haus in der Nähe von unserem Schlafplatz gekräht. ,,Was soll’s, dann halt aufstehen und frühstücken’’. So ist unser Tag doch relativ früh gestartet, wir haben uns einfaches Frühstück schnell gegessen und uns auf den Weg gemacht, das hatte den großen Vorteil das wir immerhin 2 Stunden bei erträglichen Temperaturen im Auto hatten. Es lagen also 6 Stunden schwitzen im Auto bevor.

Über die Landstraßen ging es zurück nach Fes und von dort aus über die Autobahn immer nach Süden bis nach Merzhouga.

Dort haben wir uns für 2 Tage eine Unterkunft gesucht.

Nachdem wir angekommen sind konnten wir uns erstmal etwas im Pool und unter der Dusche abkühlen, im Anschluss gab es einen ,,Berber Wishky’’. Die Ruhepause hat uns sehr gutgetan, Ruhe war auch gut da uns am Abend noch ein Abenteuer erwarten sollte.

Berber Whisky aus Marokko

Berber Whisky

Pünktlich 18:30 ging es mit den Kamelen auf einen heißen Ritt in die Wüste. Für Sven war es das erste Mal, da er auch noch nie auf einem Pferd saß war es für ihn eine komplett neue Erfahrung.

Kamelritt

wilder Kamel Ritt 😉

Der Schritt der Kamele ist sehr gewöhnungsbedürftig und wir konnten uns nicht ganz so leicht der Gangart anpassen.

Nach einer Stunde waren wir an einer Düne, dort haben unsere Hintern und die Kamele erstmal eine Pause bekommen. Wir hatten Zeit für Fotos und konnten uns den Sonnenuntergang ansehen.

Melanie war tief beeindruckt von der weite und Einsamkeit der Wüste, es ist vergleichbar mit der Weite des Ozeans, aber doch wieder etwas anders 😉

Die Vorstellung hier ohne Wasser umherwandern zu müssen ist dann aber nochmal was ganz anderes, als auf dem offenen Ozean zu segeln.

Sahara in Marokko

Aussicht über die Wüste & Nomaden Camp

Nach dem Sonnenuntergang ging es dann weiter zu den Nomaden, das sollte unser Nachtlager werden. Als Ozean Nomaden zu den Wüsten Nomaden.

Nomaden Zelt in Marokko

Eingang zum Nomaden Zelt

Das Essen war sehr lecker und wir hatten einen tollen Abend mit einem anderen Paar.

Uns war allen noch sehr heiß vom Tag und so haben wir kurzerhand entschlossen, dass wir draußen schlafen.

Die Matratzen wurden schnell rausgetan und wir haben unter dem Sternenhimmel geschlafen. Nachts gab es dann eine laue Prise, so das wir bei kuscheligen 30 Grad Nachts, anstatt 45 Grad tagsüber, gut schlafen konnten.

Mit dem Sonnenaufgang ging es wieder auf die Kamele, dieses Mal ohne Hahn krähen 😉

Die Rückreise war schon um einiges anstrengender wie gestern, gefühlt hat unser jeder Zentimeter unseres Hintern wehgetan.

Zum Schluss waren wir einfach nur noch froh, dass wir zurück waren. Wir wussten nicht mehr wie wir sitzen sollten und alles tat uns weh. Als wir angekommen sind sind wir förmlich vom Kamel gesprungen und waren froh, dass wir ein Stück laufen konnten.

Nach dem Frühstück ging es dann erstmal Duschen und etwas ausruhen. Die kurze Nacht und der anstrengende Ritt zurück hat dann doch an unseren Nerven gezerrt.

Leider wurde es dann immer wärmer und es gab nur noch einen Ort an dem einigermaßen Aushaltbar war, und zwar unser klimatisiertes Zimmer.

Irgendwie haben wir uns dann über den Tag gerettet und sind gegen Abend wieder nach draußen gegangen.

Den nächsten morgen haben wir nur schnell etwas gefrühstückt und sind 7:00 losgefahren, es lagen wieder 7 Stunden Autofahrt vor uns.

Die Fahrt ins Atlasgebirge war mit einer der Eindrucksvollsten auf unserer Reise. Wir sind bei 30 Grad am morgen in der Wüste gestartet. Es folgten karge Berge mit Flüssen und Seen, bis wir immer tiefer ins Gebirge eingetaucht sind und uns grüne Felder, viele Bäume und eine Hammer mäßige Aussicht willkommen geheißen hat.

Atlas Gebirge in Marokko

Atlas Gebirge

Wir waren einfach nur tief beeindruckt von der Vielfalt der Vegetation, den wunderschönen Ausblicken und waren etwas traurig weil wir nicht genug Zeit hatten um in dieser wunderschönen Landschaft wandern gehen zu können.

Gegen 15:00 sind wir an den Wasserfällen des Oyoun oum rabii angekommen. Die Fahrt durch die ‚’Bergstraßen‘’ war mehr als spannend.

Zu Beginn war es noch eine ausgebaute Landstraße, daraus wurde dann mehr eine Feldstraße und die ging dann über in eine Bergstraße.

Zum Schluss sind wir auf einer engen Straße gefahren, auf der einen Seite der Abgrund ins Tal , auf der anderen die Häuser der Einheimischen. Kein Platz zum Überholen, dafür aber viele Schlaglöcher.

Wir wurden sehr herzlich im Ort begrüßt und uns wurde gleich ein Parkplatz angeboten, überdacht und wie sich den nächsten morgen herausgestellt hat, auch mit 24 Stunden Bewachung. Wir waren am morgen mehr als überrascht als wir den Herrn, der uns nachmittags in die Parklücke eingewiesen, schlafend neben unserem Auto vorgefunden haben.

Zum Wasserfall geht es durch jede Menge kleine Läden, hier verkaufen Einheimische ihre Waren, meistens selbstgemachtes Brot.

Oyoun oum rabii Markt

Wasserfall Einkaufsmeile

Der Wasserfall an sich ist eher unscheinbar, das beeindruckende sind wirklich die Läden und das Flair zu spüren.

Wasserfall Oyoun oum rabii in Marokko

Einer von Zwei Wasserfällen

Ob es wirklich den Umweg wert ist ist die eine Sache, aber der Weg dorthin lohnt sich definitiv. Der Ausblick und die Landschaft des Atlasgebirges ist einfach unbeschreiblich schön.

Unser Fazit:

Wenn ihr in Marokko seit solltet ihr euch unbedingt ein Auto mieten und das Land erkunden. Dabei sind nicht unbedingt die Städte das reizvolle ,sondern eher die wunderschöne Natur & Landschaft.

Ihr solltet unbedingt in die Wüste und das Atlasgebirge!

 

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