Wenn der Skipper das Boot verlässt

Für Sven heißt es diese Woche “die Firma ruft“. Das heißt, er muss mal wieder nach Deutschland fliegen. Bevor er sich aber in den Flieger setzt, wollten wir noch 2 entspannte Tage in St. Anne genießen.

Ein typischer Sonntag

Freitagnachmittag sind wir im Ankerfeld von St. Anne angekommen. Da 25-35 kn Wind angesagt wurden, haben wir uns entschlossen schon etwas eher nach Martinique zurück zufahren. Normalerweise kann man zu dem angesagten Wetter 10 kn Wind dazurechnen, dieses Mal war aber alles anders. Anstatt den erwarteten 30 kn waren es dann doch nur 20.

Nachdem wir am Samstagmorgen ein entspanntes Frühstück hatten, haben wir beschlossen St. Anne zu erkunden. Mit dem Dinghy sind wir direkt an den Steg gefahren. Da es durch den Wind aber doch ganz gut wellig war, haben wir beschlossen nur in Bikini bzw. Badehose im Dinghy zu fahren. Das hat sich auch als die beste Lösung herausgestellt, da wir total klitschnass angekommen sind.

Die trockene Kleidung war schnell angezogen und losging es.
Die Kirche von St. Anne liegt direkt gegenüber vom Dinghy Dock. Das Gebäude an sich ist wenig spektakulär, der kleine Park davor ist aber sehr nett.

Der Ort ist sehr beschaulich und bietet nicht viele Möglichkeiten. Für uns hatte er aber zwei Highlights. Die Bäckerei Chérie Doudou, an der Hauptstraße hat super leckeres Brot, darunter auch dunkle Sorten, was in Frankreich keine Selbstverständlichkeit ist.
Das Beste an St. Anne, war für uns die Eisdiele Ti Plezi. Der Laden ist in der 2. Reihe und man muss wissen, wo man hin will. Das Eis ist aber himmlisch, seit Italien haben wir nicht mehr so gutes Eis gegessen.
Vanille Macadamia und Cassis hat uns besonders gut geschmeckt.

Sven unser Eisverkoster 😉

Die Sorten wechseln regelmäßig und die Waffeln werden im Laden frisch hergestellt. Traumhaft 🙂

Für uns ein absolutes muss in St. Anne!!!!

Da das Wetter in den letzten Tag nicht wirklich schön war und wir wussten, das wir in der nächsten Woche nicht baden gehen können, war klar, dass wir am Sonntag schnorcheln und schwimmen gehen werden.

Als Erstes musste Melanie aber üben den Dinghy Motor zu starten. Mit dem neuen 4 Takt Motor war es eine Herausforderung. Wir haben uns dann bei Martin, einem befreundeten Segler ein paar Tipps geholt.
Bianca und Melanie saßen zusammen im Dinghy.
Zuerst die Lüftung vom Tank öffnen, Kickstart ziehen und innerlich vorbereiten
Noch einmal tief durchatmen und mit Schwung ziehen.
Nur ein Röcheln des Motors. Mist. Nochmal.
Tief durchatmen, dieses Mal mehr im Halbkreis drehen.
Yes, er ist an.
Schnell den Kickstarter zurückdrücken und am Gashebel drehen.
Das High Five mit Bianca und die kleine Party im Dinghy ist selbstverständlich 😉

Für andere ist es normal, dass sie einfach überall alleine hinfahren können, für Melanie heißt es ein Stück Freiheit.

Viel brauchten wir zum Baden nicht, Schnorchel Equipment und los gehts. Mit dem Dinghy ging es langsam in Richtung Strand. Nach einigen Suchen haben wir auch einen guten Platz zum Anlegen gefunden, nicht am Strand, sondern an der Boje. Von dort aus ging es direkt ins Wasser, bis zum Bauchnabel wurden wir nass 😉

Fische gab es nicht, nur noch etwas Seegras zum Erkunden. Durch die vielen Leute war der Sand auch sehr aufgewühlt.
Wir hatten trotzdem jede Menge Spaß im Wasser. Nach dem Schnorcheln haben wir noch etwas die Aussicht genossen und uns einfach etwas treiben lassen. Irgendwann wurde uns dann aber doch kalt und wir wollten unseren Kuchen auf dem Boot genießen 😉

Spaß im Wasser

Wenn der Skipper das Boot verlässt

Sven musste für ein paar Tage nach Deutschland, das heißt das Boot war in weiblicher Herrschaft 😉

Normalerweise verbringt Melanie die Zeit, in der Sven nicht auf dem Boot ist, immer alleine. Die nächsten 4 Tage hieß es aber Mädels Tage, das gab es das letzte Mal im September, als sie eine Woche im Urlaub mit ihren Freundinnen war. Deswegen war das auch etwas Besonderes.

Der Fernsehabend mit Mädels Film und süßen Leckereien war ein muss 😉 Endlich niemand da der ständig blöde Kommentare gibt 😉

Da es aber noch einige Stellen auf Martinique gibt, die wir nicht erkundet haben, hieß es Entdeckungstour mit dem Auto.

Donnerstagvormittag sind wir zur Avis, in das Marina Office gegangen und haben das Auto abgeholt. Nach etwas suchen haben wir es auf dem Parkplatz gefunden. In Le Marin gibt es zwar einen Bereich für Mietwagen, aber keine genaue Beschriftung der Parkplätze.

Von Le Marin zum Diamond Beach ist es fast nur ein Katzensprung. Er soll der schönste Strand der Insel sein. und eine tolle Aussicht auf die umliegenden Berge. Baden war leider kaum möglich, da hohe Welle direkt in die Bucht kommen.

Diamond Beach

Der Rest stimmt dafür aber, hier lässt es sich eine Weile aushalten.
Direkt am Strand gibt es ein paar kleine Restaurants. Wir haben im Lyon Snack einen vegetarischen Burger gegessen, dem einzigen vegetarischen Gericht in der Nähe 😉 Es war super lecker, auch wenn es Abzüge gibt, da es Fast Food und nicht gerade gesund ist 😉

Von anderen Seglern haben wir gelesen wie schön es im Botanischen Garten, Jardin de Balata, sein soll. Die Straße hat uns erst durch ein paar kleine Orte und später dann über die Autobahn, vorbei an Fort de France geführt.
Am beeindruckendsten auf der Fahrt waren allerdings die Serpentinen Straßen, mit dazugehöriger Aussicht.
Der Parkplatz vom Botanischen Garten ist sehr abenteuerlich. Er hat nur Platz für 20-30 Autos und bereits in der Einfahrt kann man aufsitzen. Wir haben zum Glück draußen, an der Straße, einen freien Platz gefunden.
Den Eintrittspreis von 14 € pro Person fanden wir erstmal sehr Preisintensiv, wir wussten ja nicht was uns erwartet

Bereits nach den ersten 5 Minuten konnten wir sagen, das es sich gelohnt hat.
Im Eingangsbereich gibt es eine Kolibri Stadion, dort kannst du den Vögeln beim Essen zusehen. Einfach unglaublich 🙂

Kolibris

Von dort aus gehen verschiedene Wege ab, wir haben uns als Erstes für den in Richtung japanischen Teich entschieden. Hier haben wir verschiedene Orchideen, Rosen und andere Blumen und Bäume gesehen. Am Ende sind wir dann an einem Meer aus Seerosen rausgekommen.

Hat die Pflanze ein Fell?

Ein Baum mit stacheln

 

 

Der Garten hatte für Melanie auch noch eine Herausforderung in Form von einem Hochseil Garten, mit Höhenangst nicht ganz so einfach. Wir sind zusammen mit einer Familie nach oben und sind es langsam angegangen. Trotzdem Warten, bis alle von der Brücke runter waren, hat es trotzdem ganz schön geschaukelt. Die Aussicht über den Garten bis hin zum Meer war aber die ganze Aufregung wert. Danach sind wir noch durch den Bambus und Palmen Wald gelaufen.

Hier hat es sich definitiv gelohnt herzukommen. Wir hatten Glück und es war keine Reisegruppe da, so dass wir ganz gemütlich durchlaufen konnten.

Als wir im Garten fertig waren, war es bereits 15:30 und wir wollten noch zum Fontaine Didier, dem angrenzenden Wasserfall.

Die Anfahrt war mehr als spannend. Es war absolut nichts ausgeschildert und ohne Navi hätten wir niemals dahin gefunden.
Wir sind dem Navi gefolgt und bis zum Ende der Straße gefahren, dadurch sind wir an der Cascade Didier gelandet, einem Wasserwerk. Wir sind dem Weg gefolgt, es sah wie ein Wanderweg aus. Leider sind wir nach 10 Minuten in einer Sackgasse gelandet, direkt vor einem kleinen Bachlauf.

Auf Entdeckungstour

Hier waren wir definitiv falsch, das war nicht der Wasserfall.
Wir sind wieder zurück und haben ein paar Franzosen gefragt, die haben uns dann den richtigen Weg gezeigt haben.
Hinter einer Kette war der richtige Weg. Von einem Hinweis Schild war nichts zu sehen.

Der Weg ging direkt steil nach unten, das heißt an den Seiten festhalten und ja nicht stolpern 😉
Von einem schmalen Pfad ging es dann auf einer total schlammige Brücke. Das erste Zeichen, das wir hier richtig sind, haben wir gefunden. Bambusstämme, damit man nicht durch den Schlamm laufen muss.
Dann ging es erstmal Bergaufwärts, von einem ausgebauten Weg keine Sicht. Am Ende des Berges sind wir allerdings vor einem Tunnel rausgekommen.

Wo führt der Tunnel hin?

Es war kurz vor Sonnenuntergang und wir kamen uns vor wie in einem Horrorfilm vor. Zwei Frauen, mitten im Wald, kein Handy Empfang und wir sollen jetzt in einen gruseligen Tunnel gehen und wissen nicht, wo und wie wir da wieder rauskommen sollen.

Da unser Bauchgefühl uns beiden gesagt hat, das das keine gute Idee ist, haben wir uns dafür entschieden zurück zum Auto zu gehen und nach Fort de France zu fahren, um dort essen zu gehen.

Es war eine tolle Woche und wir haben mal wieder gesehen wie viel es im Landesinneren zu entdecken gibt 🙂

 

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